Erläuterung zu: Johannes-Evangelium
Im Anfang war das Wort - Das Johannes-Evangelium
Eine dramatisch-musikalische Inszenierung mit Lichtinstallation
Die Idee geht auf den neutestamentlichen Bibelwissenschaftler Ludger Schenke zurück, der meint, dass Johannes sein Evangelium komponiert habe wie ein klassisches Drama - also eben in Anlehnung an all das, was auch für ein Theaterstück von Bedeutung ist. Mag diese Sichtweise zunächst überraschen, plausibel ist sie allemal. Eine Aufführung auf der Bühne lebt vor allem von den Dialogen, das heißt von den Gesprächen und dem Gedankenaustausch der Figuren. Typisch für das Drama ist zudem die Schilderung eines Konfliktes, für den es keine Lösung zu geben scheint und der darum zwangsläufig in die Katastrophe führt.
Die Passivität des Hörens hat einen unvergleichlichen Vorteil: Der Hörer kann den fremden Text auf sich wirken lassen; der Text und seine Sprecher müssen sich engagieren und den Hörer in den Bann ziehen. „Gelingt das und erweist sich der Text als stark genug, die Distanz zu überwinden“, erläutert Ludger Schenke, so werde der Hörer gefangen, er trete in die Welt des Textes ein, höre die fremde Sprache mit ihrem ungewohnten Rhythmus und selten gebrauchter Bildsprache, könne in ihr mitdenken, indem er die dargestellten Rollen einnehme,„und wird so ein anderer“. Aber er bleibt doch ein Hörer, der danach wieder in seine eigene Welt und zu seiner eigenen Sprache zurückkehrt.
Vorgetragen wird der Text des Johannes-Evangeliums gemeinsam von Lehrern und Schülerinnen. Musikalisch werden passend zum Text kleine Solo-Partien dargeboten. Eine Schülergruppe wird versuchen, die Wirkung des Textes durch eine Licht-Installation zu unterstreichen. >> Fotos
Siegfried Powalla



