Bräuche

Gestern Abend war die ganze Familie bei den Großeltern eingeladen. Sie sagten mir, dass sie das normalerweise jeden Sonntag tun, aber da wir heute schon was vorhaben, wurde der Termin kurzer Hand auf Samstag umgelegt. Wir haben den ganzen Tag extra wenig gegessen, und ich hatte ehrlich gesagt auch richtig viel Hunger. Es fing dann an mit der Vorspeise, kleine, verschieden gefüllte Pizzastücke, Chips und belegte Brote. Dann gings weiter mit dem Hauptgang. Gemischter Salat, Fleisch (sie konnten wir nicht erklären, was das für ein Fleisch war, aber sie sagten: „Etwas zwischen Pute und Ente“, wie immer Brot, Reis und dazu eine Art Getreide-Soße. In Deutschland kennt man dieses Getreide nicht, da es nur hier wächst. Es schmeckt dennoch (da muss ich Jenny zustimmen) soooooo gut, man freut sich wirklich immer auf das Essen und die süßen Erklärungen der Eltern.  Zum Nachtisch gab es Eis und eine Art Apfel-Torte.
Jetzt komme ich endlich zur Überschrift:
Die Zwillingsschwester meiner Austauschpartnerin hat mir dann erzählt, dass sie eigentlich immer am 6. (diesmal halt am 8.) das Fest der heiligen 3 Könige mit dem Kuchen feiern.  Das besondere daran ist, dass in dem Kuchen eine kleiner Figur versteckt ist. Wer diese findet bekommt eine Kinder-Krone aufgesetzt und derjenige muss nächstes Jahr den Kuchen bezahlen. Sie sagten, dass sei eine Tradition, die schon ihre Urgroßeltern pflegten. Insgesamt war es gestern sehr schön (auch wenn man vieeeeeel zu viel gegessen hat). 
Die ganze Familie hat mich gestern sooo nett aufgenommen und mich wie ein 4. Kind der Familie Nativel behandelt. Dauernd kamen die Fragen: „Ca va?“ (Geht es dir gut?)  & “ C’est bon?“ (Schmeckt es dir?) Es war also wirklich sehr schön, und langweilig wurde es auch nach 4 Stunden nicht,  da genug Cousinen und Cousins da waren, die andauernd wissen wollten, was das alles auf deutsch heißt.

Helena

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