13. Januar
So nun sind wir schon 10 Tage hier und es kommt mir vor wie eine ewig lange Zeit. Wir haben schon so viel unternommen und eingelebt sind wir allemal. Es macht richtig Freude, jeden morgen aufzuwachen und zu wissen, dass es wieder ein sehr warmer Tag werden würde, von dem man nicht weiß, was er bringt. Glück, Spaß, Regen oder einen Sonnenbrand.
Ihr habt ja lange auf einen neuen Eintrag warten müssen... Das tut uns leid!! Hier ist es so wundervoll. Und man kann so viel machen.
Ich zum Beispiel war am Sonntag tauchen. Das war der Hamma!!! So viele Fische und Farben unter Wasser!!! Und fast wäre der Ausflug noch gescheitert! Aber ich sollte von vorn anfangen...
Schon auf der Autofahrt vom Flughafen hier her hatte mich die Familie gefragt, ob ich nicht Lust hätte, tauchen zu gehen. Also so richtig mit Sauerstoffflasche und Neoprenanzug. Ich war sofort Feuer und Flamme und es hat alle mächtig amüsiert, dass ich mich so gefreut habe. Der Stiefvater von der Camille, Alex, geht in den Ferien oft tauchen und dann war es für ihn ein Leichtes, für uns einen ersten Tauchgang zu organisieren. Sonntag sollte es so weit sein, aber ich brauchte eine Bescheinigung von meinen Eltern und die musste ich mir dann irgendwie beschaffen. Das wäre innerhalb von 5 Minuten geschehen, wenn es nicht immer diese kleinen Hürden zu überwinden gäbe. Ohne sie wäre das Leben ja schon langweilig, wenn alles glatt läuft...
Ich also direkt rumteleforniert und E-Mails geschickt, damit meine Eltern Bescheid wissen. Doch ich konnte sie erst Samstagabend erreichen. Was gottseidank noch früh genug war und so ging es dann Sonntagnachmittag los zum Hafen von St Leu. Dort wurden wir von ein paar jungen Männern mit Kaffee und Kuchen empfangen. ( Hier an dieser Stelle sollte ich einschieben, dass ein Kaffee hier nicht eine normalgroße Tasse mit Kaffee bedeutet, sondern man bekommt einen extra starken Espresso vor die Nase gestellt und dazu noch Schokolade zum hineintunken angeboten...) . Ein freundlicher Tauchlehrer führte uns dann so allmählich in der Station herum und schilderte uns schon mal den Ablauf: wir würden unsere Ausrüstung bekommen, dann zum Boot gehen, um aufs Meer hinaus zu fahren. Dort würde das Boot dann festgemacht und wir könnten tauchen gehen, nachdem wir eine Einweisung in die Welt unter Wasser bekommen hätten. Hört sich ganz einfach an, aber das war es keinenfalls...
Erst mal die Ausrüstung zusammenzusammeln dauerte schon seine Zeit und mittlerweile waren auch die anderen Taucher angekommen. Außerdem war die Sauerstoffflasche nicht gerade leicht und wir mussten uns schon vor der Tour mal in die klammen Neoprenanzüge quetschen, um zu testen ob die Größen stimmten. Jeder hatte seine eigene "Tasche" zu tragen; das waren eher zusammen genähte Fischernetze.
Das Boot war richtig voll. Ich glaube, dass keine weitere Person darauf gepasst hätte. Als endlich alles auf dem Boot verstaut war, wurden wir angewiesen uns schon umzuziehen und die Sachen, die nicht nass werden sollten, in ein Netzt, direkt unter dem Dach des Bootes, zu tum. Ich wunderte mich noch darüber, da wurde mir auch schon klar warum: Wir fuhren los und das Wasser spritzte von allen Seiten ins überfüllte Boot und alle waren schon durchnässt bevor wir überhaupt im Wasser waren, vor allem ich, weil ich ganz vorne an der Spitze des Bootes saß. Schließlich wollte ich ja was sehen... Uns wurde gesagt, dass das sonst nicht ganz so schlimm ist; das war ich ja schon gewohnt, wie mit dem Stromausfall am Anfang´... *grins
Ich wurde irgendwie nicht so behandelt wie die anderen, weil man mir anscheinend sehr schnell ansah, dass ich nicht von hier war. Ich wurde immer wieder gefragt,ob alles in Ordnung sei oder ob ich irgendwas bräuchte. Also alle waren total nett zu mir und haben mir gerne geholfen. So auch, als dann erklärt wurde, wie was wann zu machen war. Ich hatte da Einzelunterricht, weil der Animateur so langsam reden musste. Aber so hab ich ja alles verstanden.
Man darf nur durch den Mund atmen, sonst beschlägt die Taucherbrille, die man mit der richtigen Technik aufsetzen muss, damit die weder wehtut noch Wasser hinein kommt. Unter Wasser gibt es auch einen eingene Tauchersprache, weil man ja nicht reden kann. Mit einfachen Handzeichen kann man alles fürs Tauchen wichtige sagen..." Mit tut es da weh und ich will wieder rauf; ich hab Angst; mir geht es gut, alles in Ordnung " usw. Dann haben wir noch die Flossen angezogen und die Brille und dann ging es auch schon los. Ab ins kühle Nass.
Jeder "Neuling" hatte seinen eingenen Tauchlehrer. Meiner war der Jan und der hat mich dann bei der Hand genommen und mir gezeigt, wo die schönsten Fische zu finden waren. Rote, gelbe,blaue, silberne und schwarze; gestreift, getigert oder gepunktet. Alles hab ich gesehen, nur keinen Clownfisch, obwohl ich gerne einen NEMO gesehen hätte. Es gibt sogar einen Fisch der so aus sieht wie ein Stein. Den hab ich erst gar nicht gesehen und dann hab ich mich total erschrocken, als der sich bewegt hat.
Das war so interessant und gefährlich ist das überhaupt nicht. Jeder, der will, kann es machen und ich kann es nur empfehlen. Am Ende habe ich noch ein Zertifikat bekommen, dass ich jetzt kein Anfänger mehr bin.
Jenny



