Der ausführliche Weltjugendtagsbericht 2011
WJT - eine Mischung aus Survival-Camp, Flüchtlingslager und spiritueller Erleuchtung
36°C und es wird immer heißer… von Tag zu Tag.
Aber von vorne. Am 10.8. machte sich mitten in den großen Ferien eine Gruppe von wagemutigen Ursulinenschülerinnen/-lehrern auf den Weg zum Weltjugendtag. Dass uns kein Luxusurlaub erwartet, war allen klar, aber was kam, ließ uns doch Staunen.
In Barcelona zu den Tagen der Begegnung angekommen, waren wir erst mal alle nur froh, dass wir in der Schule untergebracht waren, wo es zu essen gab. Als wir dann aber das Essen sahen, hielt sich unsere Freude darüber in Grenzen. Wir freundeten uns ziemlich schnell mit der Gruppe von der Liebfrauenschule in Bonn an und so durften wir 23 Mädels am zweiten Abend direkt mal zusammen das Essen für 1400 Kölner Pilger schleppen. Natürlich wurden wir von unseren Lehrern kräftig unterstürzt und man stelle sich vor, auch hierbei kann man ziemlich Spaß haben.
In den nächsten Tagen hieß es Barcelona erkunden. Herr Schüler bewies sich schnell als talentierter Stadtführer und so war es an uns, seinem nicht gerade langsamem Schritt zu folgen. Den Weg zum Meer hatte sich alle aber relativ schnell gemerkt. Besonders beeindruckend war die Sangrada Familia. Diese Kirche ist einfach bemerkenswert: Eine so helle und freundliche Kirche sieht man selten.
Als wir uns dann auf den Weg nach Madrid machten, flog erst mal die Tomatensuppen aus dem Lunch-Packet von Herrn Schüler hochkant aus dem Bus. In Madrid angekommen erwartete uns dann ein großer Schock. An die Stelle der versprochenen Familien traten zwei Turnhallen für 1400 Kölner. Dass es darin recht eng und stickig war, brauche ich nicht erwähnen. Also fasten wir schnell den Plan, draußen unser Lager aufzuschlagen. Auch wenn wir in einer Nacht vom Regen überrascht wurden, erwies sich das als deutlich angenehmere Variante. Und auch sonst schien sich das Organisationstalent der Spanier in Grenzen zu halten. Allerdings hatte das auch sein Gutes. So wuchs die Gruppe schnell zusammen, man half sich gegenseitig und auf Rat der Kölner Wallfahrtsleitung, die alles tat, um uns die Tage so angenehm wie möglich zu machen, nahmen wir das Ganze mit einer ordentlichen Portion rheinischem Humors. Den Spaß wollten wir uns definitiv nicht verderben lassen. Und so sah man überall, im Retiro-Park, an Straßenecken und abends auf dem Sportplatz, singende, tanzende und lachende Jugendliche.
Ein Tagesablauf in Madrid sah ungefähr so aus: Morgens ging es zur Katechese. Einige nutzten diese Zeit, um ihren Schlafmangel auszugleichen, andere um unserem Kölner Kardinal kritische Fragen zu stellen, aber leider erteilte er uns nur einen Crashkurs in: Wie rede ich am besten um den heißen Brei herum. Dann ging es über Mittag in die Stadt und Abends fanden die Großveranstaltungen mit dem Papst statt.
Das letzte Ereignis war die Nacht und die Abschlussmesse auf dem alten Flughafengelände „Cuatro Vientos“. Dort herrschte dann das Chaos pur. Es waren viel zu viele Leute auf dem Feld, die Wasserversorgung flog im wahrsten Sinne in die Luft, es gab natürlich zu wenig Dixis und es war viel zu heiß. Kaum hatte die Vigil mit dem Papst angefangen, fing es auch noch an zu schütten und zu stürmen, aber die meisten waren über das Wasser von oben ganz froh. Den Vorschlag von Herr Pütz, sich am nächsten Tag vor der Abreise noch etwas im Freibad auszuruhen, nahmen wir aber gerne trotzdem an.
Der Weltjugendtag 2011 war ein riesiges Abenteuer. Wir haben viel erlebt, super nette Leute kennen gelernt und viel Spaß gehabt, auch wenn man in Deutschland leider meist nur das Negative gehört hat. Außerdem haben wir alle erfolgreich einen Kurs im Krisenmanagement absolviert, wofür wir uns bei Herr Pütz und Herr Schüler ganz herzlich bedanken! Es war eine super Zeit! Vielleicht auf ein Wiedersehen 2013 in Rio?
Sarah Forst Jrgst. 13



